Passive vs. aktive Laserschutzwand – was ist der Unterschied?

Beim Laserhandschweißen werden Laserschutzwände häufig eingesetzt, um den Arbeitsbereich abzugrenzen und Personen außerhalb des Bereichs zu schützen. Dabei unterscheidet man grundsätzlich zwischen passiven und aktiven Schutzwänden.


Passive Laserschutzwand

Eine passive Schutzwand wirkt ausschließlich durch ihre Materialeigenschaften. Sie schirmt Laserstrahlung ab bzw. dämpft sie, ohne selbst eine sicherheitsgerichtete Funktion auszulösen.

Typische Merkmale:

  • keine Sensorik, keine elektrische Funktion
  • Schutz entsteht durch Absorption/Dämpfung und thermische Beständigkeit
  • wird häufig als Wand, Panel oder Vorhang ausgeführt
  • Nachweisführung erfolgt über Material-/Systemdaten (z. B. Eignung nach EN 12254, abhängig vom Einsatzfall)

Aktive Laserschutzwand

Eine aktive Schutzwand ist zusätzlich in das Sicherheitskonzept der Anlage eingebunden. Sie hat eine Funktion, die den Laserbetrieb sperrt oder abschaltet, wenn der Schutz nicht gewährleistet ist.

Typische Sicherheitsfunktionen:

  • Interlock/Sicherheitskontakt: Wird die Wand geöffnet oder verschoben, wird der Laser automatisch gesperrt bzw. abgeschaltet.
  • Zutritts- oder Positionsüberwachung: Laserfreigabe nur, wenn die Wand korrekt positioniert ist und der Schutzbereich geschlossen ist.
  • (je nach System) Überwachung von Zustand/Temperatur/Schädigung – als Zusatzfunktion, wenn vorgesehen

Warum ist das wichtig?

  • Eine passive Wand reduziert die Strahlung, verhindert aber nicht automatisch, dass jemand den Schutzbereich betritt oder dass die Wand falsch steht.
  • Eine aktive Wand reduziert das Risiko organisatorischer Fehler, weil sie Teil der technischen Sicherheitskette ist:
    „Kein Schutz – keine Laserfreigabe.“

Gerade bei Laserklasse-4-Anwendungen kann das den Unterschied machen, ob ein Schutzkonzept im Alltag wirklich robust ist.


Praxisfazit

  • Passiv: geeignet, wenn der Schutzbereich klar definiert ist und organisatorisch sicher gehandhabt wird.
  • Aktiv: sinnvoll, wenn der Bereich häufig geöffnet/umgebaut wird, mehrere Personen im Umfeld arbeiten oder eine technische Zwangssicherheit erforderlich ist.