Übersicht zu gesetzlichen und normativen Anforderungen bei der Einführung von Laserhandschweißsystemen
1. Einleitung
Die Einführung des Laserhandschweißens in der industriellen Fertigung erfordert neben technischer Kompetenz die Einhaltung zahlreicher gesetzlicher und normativer Vorgaben. Diese betreffen insbesondere die Bereiche Qualitätssicherung, Produkthaftung und Arbeitssicherheit.
Für einen rechtssicheren und wirtschaftlichen Betrieb ist es notwendig, beide Bereiche strukturiert zu planen und umzusetzen.
Diese Übersichtsseite dient als zentrale Informationsplattform und verweist auf vertiefende Fachseiten zu den einzelnen Themengebieten.
2. Zwei zentrale Regelungsbereiche
Bei der Einführung von Laserhandschweißsystemen sind zwei gleichwertige Regelungsbereiche zu unterscheiden:
- Qualitätsanforderungen an Schweißverbindungen
- Sicherheitsanforderungen im Arbeitsumfeld
Beide Bereiche unterliegen eigenen Normen und gesetzlichen Vorgaben und müssen unabhängig voneinander erfüllt werden.
3. Bereich A: Qualitätssicherung und Produkthaftung
Der Bereich Qualität befasst sich mit allen Anforderungen an die Schweißnahtgüte, Prozesssicherheit und Nachweisführung.
Ziel ist die reproduzierbare Herstellung normgerechter Schweißverbindungen und die Absicherung gegenüber Kunden, Behörden und Versicherungen.
3.1 Zentrale Themen
- Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 3834
- Schweißkoordination und Verantwortung
- Verfahrensqualifizierung und WPS/WPQR
- Qualitätsstufen für Laserschweißnähte
- Zerstörungsfreie Prüfungen
- Dokumentation und Rückverfolgbarkeit
- Branchenanforderungen (Maschinenbau, Anlagenbau, Stahlbau)
3.2 Relevante Normen (Auswahl)
- DIN EN ISO 3834
- DIN EN ISO 14731
- DIN EN ISO 15614-11
- DIN EN ISO 13919-1
- DIN EN ISO 17635
- DIN EN ISO 17637
- DIN EN ISO 9712
- DIN EN ISO 9606
- EN 1090 (Stahlbau)
4. Bereich B: Arbeitssicherheit und Laserschutz
Der Bereich Sicherheit umfasst alle Maßnahmen zum Schutz von Mitarbeitern, Arbeitsplätzen und Betriebseinrichtungen.
Ziel ist der gefahrlose und gesetzeskonforme Betrieb von Laserhandschweißsystemen.
4.1 Zentrale Themen
- Gefährdungsbeurteilung
- Laserschutzkonzept
- Technische Schutzmaßnahmen
- Persönliche Schutzausrüstung
- Zugangskontrollen
- Brandschutz
- Emissionsschutz
- Organisation und Unterweisung
4.2 Relevante Vorschriften und Normen (Auswahl)
- Arbeitsschutzgesetz
- Betriebssicherheitsverordnung
- DIN EN 60825-1
- DGUV Vorschriften und Informationen
5. Zusammenspiel von Qualität und Sicherheit
Qualitätssicherung und Arbeitssicherheit sind organisatorisch getrennte, aber technisch miteinander verknüpfte Bereiche.
Beide Bereiche müssen vollständig umgesetzt werden, um einen rechtssicheren Betrieb zu gewährleisten.
| Bereich | Schwerpunkt | Ziel |
|---|---|---|
| Qualität | Produkt, Haftung, Abnahme | Nachweisbare Schweißqualität |
| Sicherheit | Mensch, Arbeitsplatz | Gefahrloser Betrieb |
6. Weiterbildung und Einstieg
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7. Zusammenfassung
Die Einführung des Laserhandschweißens ist mit umfassenden normativen Anforderungen verbunden. Eine klare Trennung und systematische Umsetzung der Bereiche Qualität und Sicherheit bildet die Grundlage für langfristigen Erfolg, Abnahmesicherheit und Haftungsminimierung.
Diese Übersichtsseite dient als Ausgangspunkt für vertiefende Fachinformationen und unterstützt Unternehmen bei der strukturierten Umsetzung.
