Fachwissen Flammrichten

Auf dieser Seite findest du praxisnahes Wissen über das thermische Richten – vom Flammrichten über das Induktionsrichten bis hin zu Materialverhalten, Richtfiguren und Fehlervermeidung. Ideal als Nachschlagewerk für Fachleute, Interessierte und Teilnehmer unserer Seminare.

Grundlagen im Überblick

  • Grundlagen des Flammrichtens – was passiert beim Richten thermisch?
  • Induktionsrichten in der Praxis – präzise, effizient und werkstoffschonend
  • Werkstoffverhalten – wie reagieren Stahl, CrNi oder Alu auf Wärme?
  • Verzinkte Bauteile – Richten trotz Zinkschicht
  • Richtfiguren & Wärmeverteilung – Wärmestrich, Punkt, Keil und mehr
  • FAQ – häufige Fragen rund ums Flammrichten

Optimierte Verfahrenstechnik für Serienbauteile

Beim einzelnen Bauteil genügt oft die klassische Vorgehensweise beim Flammrichten. Doch bei Serienfertigung lohnt sich eine Optimierung der Verfahrenstechnik.

In vielen Fällen lassen sich Rüstzeit und Energiebedarf stark reduzieren.

Erfahrung und Weiterentwicklung

Viele Verfahren wurden aus der Praxis heraus entwickelt – durch Versuche, Verbesserungsideen und gezielte Prozessbeobachtung. Ob Zweifach-Wärmestrich mit gekoppelt geführten Brennern oder automatisiertes Richten. Jedes Verfahren trägt zur Optimierung der Bauteilqualität und Wirtschaftlichkeit bei.

Unser Fachwissen basiert auf jahrelanger Erfahrung, mit über 100 Praxisbildern. Alle wichtigen Aspekte sind anschaulich aufbereitet – als Grundlage für die Schulung, Weiterbildung und Anwendung im Betrieb.

❓ Häufige Fragen zum Schweißverzug

Wie entsteht Schweißverzug? Welche Methoden helfen wirklich – Flammrichten oder Induktionsverfahren? In unserem FAQ-Bereich findest du Antworten auf die häufigsten Praxisfragen rund um thermisches Richten und Verzug.

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Unsere Seminare richten sich an Fachkräfte aus Metallbau, Schlosserei, Schweißtechnik, Instandhaltung und Anlagenbau. Auch Ausbilder, Meister und Planer profitieren vom praxisnahen Aufbau. Es sind keine besonderen Vorkenntnisse im Richten erforderlich – nur handwerkliches Grundverständnis und Interesse.

Seminarteilnehmer beim Flammrichtkurs in einer Werkstattumgebung
Eine Szene mit Teilnehmern beim Seminar

Ja, durch die genaue Temperatursteuerung lässt sich beim Induktionsrichten vermeiden, dass Zinkschichten beschädigt oder verdampft werden. Voraussetzung ist, dass die Temperatur unterhalb von 600 °C bleibt. So kann verzinktes Material gerichtet werden, ohne den Korrosionsschutz zu beeinträchtigen – ein klarer Vorteil gegenüber mechanischem Richten oder unsachgemäßer Flammenbehandlung.

Gerichtetes Bauteil nach thermischem Richten ohne sichtbare Überhitzungsspuren
Das Werkstück zeigt keine Anlauffarben oder Schmorstellen – Beispiel für korrektes Flammrichten verzinktes Bauteil

Ja, Induktionsrichten eignet sich besonders gut für verzinkte Bauteile. Die Temperatur lässt sich dabei präzise steuern – unterhalb der Verdampfungstemperatur des Zinks. So bleibt die Schutzschicht intakt. Das Verfahren ist zudem sauberer, weil keine offenen Flammen entstehen und keine Verfärbungen auftreten.

Ja, das Flammrichten verzinkter Bauteile ist möglich – jedoch nur mit besonderer Vorsicht. Die Zinkschicht darf dabei nicht beschädigt oder verdampft werden. Die Richttemperatur sollte 550–600 °C nicht überschreiten. Sichtbares Dunkelrot ist bereits zu heiß! Als Hilfsmittel kann Flussmittelpaste verwendet werden, die durch ihren Glasfluss eine Überhitzung zuverlässig anzeigt.

Flammrichten ist wirtschaftlicher, da es der Schweißer direkt am Arbeitsplatz richten kann. Damit entfällt das zwischenlagern und ein weiterer Arbeitsgang.
Flammrichten ist besonders dann im Vorteil, wenn das Bauteil nur durch gezielte Schrumpfkräfte korrigiert werden kann – etwa bei Schweißverzug, Beulen oder schwer zugänglichen Stellen. Es ist materialschonender als mechanisches Richten, da keine hohen äußeren Kräfte aufgebracht werden müssen. Vor allem bei dicken oder verwinkelten Werkstücken bringt das thermische Verfahren oft bessere Ergebnisse.

Deutlich sichtbarer Schweißverzug im Dünnblech – typisches Beispiel für thermisch verursachte Verformungen
Das Bild zeigt einen typischen Schweißverzug bei einem dünnwandigen Bauteil. Gerade im Dünnblechbereich führt die Wärmeeinbringung oft zu welligen oder verzogenen Oberflächen – ein zentrales Thema im Seminar Flammrichten und Induktionsrichten.
Richten von Dünnblech
Richten von Dünnblech

Plastische Verformung tritt auf, wenn der Werkstoff so weit erwärmt wird, dass die auftretenden Schrumpfkräfte die Streckgrenze überschreiten. Die Formänderung bleibt dann dauerhaft bestehen – im Gegensatz zur elastischen Verformung, bei der das Bauteil in seine Ausgangsform zurückkehrt.

Physikalische Grundlagen des Flammrichtens oder Induktionsrichtens - im Temperaturbereich von 0 bis 800° C
Physikalische Grundlagen des Flammrichtens oder Induktionsrichtens – im Temperaturbereich von 0 bis
800° C

Der Ausdehnungskoeffizient beschreibt, wie stark sich ein Werkstoff bei Temperaturerhöhung ausdehnt. Er ist entscheidend beim Flammrichten: Nur wenn ein Werkstoff sich ausdehnt und beim Abkühlen schrumpft, lassen sich gezielte Formveränderungen erreichen. Stahl hat einen Ausdehnungskoeffizienten von etwa 0,011 mm/m °C, Aluminium das Doppelte.

Vergleich der Wärmeausdehnung verschiedener Werkstoffe bei Temperaturerhöhung
Einfache Übersicht zur Längenausdehnung bei Temperaturanstieg je nach Material

Der Theorieblock vermittelt die Grundlagen des thermischen Richtens – Werkstoffverhalten, Temperaturführung, Sicherheitsaspekte und Anwendungsbeispiele. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Praxis: Rund 70 % des Seminars bestehen aus aktivem Richten an echten Bauteilen. So lernen die Teilnehmer direkt am Werkstück. T-Profile, Träger, Kopfplatten, Fußplatten, Rohrkonstruktionen oder Plattenfeldern usw.

Ottmar Obenhin richtet eine Fußplatte mit dem Flammenbrenner im Seminar – praxisnah und live
Im Rahmen eines Praxis-Seminars demonstriert Ottmar Obenhin das fachgerechte Flammrichten einer verzogenen Fußplatte. Die Teilnehmenden sehen dabei genau, wie die Wärmefigur aufgebracht wird – ein anschaulicher Live-Einblick in die thermische Richttechnik.

Flammrichten ist ein thermisches Verfahren, bei dem Metallbauteile durch gezielte Wärmezufuhr mit einer Acetylen-Sauerstoff-Flamme dauerhaft verformt werden. Beim Erwärmen dehnt sich das Material aus, beim Abkühlen entstehen Schrumpfkräfte, die das Bauteil in die gewünschte Form ziehen. Diese plastische Verformung bleibt bestehen und macht das Verfahren besonders effizient für das Richten von Krümmungen, Beulen oder Schweißverzug.

Komplexe Rohrkonstruktion mit mehreren Wärmefiguren zur gezielten Verzugskorrektur durch Flammrichten oder Induktionsrichten
Bei dieser komplexen Rohrkonstruktion wurden Wärmekeile gezielt angesetzt, um Torsion und Längsverzug zu korrigieren. Je nach Zugang und Werkstoff kommen sowohl das klassische Flammrichten als auch moderne Induktionsverfahren zum Einsatz – mit präziser Schrumpfwirkung und minimalem Aufwand.

Induktionsrichten ist ein thermisches Verfahren, bei dem Werkstücke durch elektromagnetische Induktion gezielt erwärmt und beim Abkühlen verformt werden. Im Unterschied zum Flammrichten erfolgt die Wärmezufuhr kontaktlos und kontrollierter – ideal für empfindliche oder präzise Bauteile. Besonders vorteilhaft ist das Verfahren bei gleichmäßiger Erwärmung großer Materialdicken oder bei begrenztem Platz.

Schemazeichnung einer Tiefeninduktionseinwirkung – gezielte, materialschönende Erwärmung zur plastischen Verformung bei thermischem Richten
Die technische Darstellung zeigt, wie Tiefeninduktion gezielt Wärme in das Werkstück einbringt – kontrolliert, materialschönend und ohne Anlauffarben. Ideal für empfindliche Materialien wie Chrom-Nickel-Stahl oder hochpräzise Anwendungen im Apparatebau.

Der Seminarpreis richtet sich nach Ort, Teilnehmerzahl und Ablauf. In der Regel liegt er zwischen 490 und 790 € pro Person (zzgl. MwSt.). Enthalten sind Schulungsunterlagen, Pausengetränke, ein einfaches Mittagessen und persönliche Betreuung durch Ottmar Obenhin. Bei Bedarf stellen wir Teilnahmezertifikate aus.

Wird ein Werkstoff zu stark oder zu lange erhitzt, kann es zu Schmorstellen, Strukturveränderungen oder Rissen kommen. Bei Edelstahl besteht die Gefahr der Chromverarmung und Anlauffarben. Aluminium kann weich werden oder schmelzen. Deshalb ist eine kontrollierte Erwärmung mit passenden Flammenparametern essenziell für ein sicheres Richten.

Wenn korrekt gearbeitet wird, bleibt die Zinkschicht beim Richten vollständig erhalten. Beim Flammrichten darf die Oberfläche nur leicht anlaufen – ohne Glühen oder Abplatzungen. Beim Induktionsrichten wird die Oberfläche meist kaum verändert. Mechanisches Richten birgt dagegen die Gefahr von Rissen oder Abplatzungen in der Zinkschicht, was den Korrosionsschutz deutlich verringern kann.

Gerichtetes Bauteil nach thermischem Richten ohne sichtbare Überhitzungsspuren
Das Werkstück zeigt keine Anlauffarben oder Schmorstellen – Beispiel für korrektes Flammrichten verzinktes Bauteil

Schweißverzug bezeichnet die ungewollte Verformung von Bauteilen durch die beim Schweißen entstehende Wärme. Die Schweißnaht zieht sich beim Abkühlen zusammen und erzeugt Spannungen, die das Bauteil krümmen, verziehen oder verdrehen. Besonders betroffen sind dünne Bleche oder asymmetrisch aufgebaute Werkstücke.

Werkstoff und Materialdicke bestimmen maßgeblich die Einstellungen beim Flammrichten. Zunächst richtet sich die Wahl der Brennergröße nach der Dicke des Materials: Dickere Werkstücke brauchen mehr Wärmezufuhr und entsprechend größere Brenner, dünnere Bleche arbeitet man mit kleineren Brennerdüsen präziser fimano-awt.de. Hinzu kommt der Werkstoff selbst: Die Flammeneinstellung wird an das Material angepasst fimano-awt.de. Unlegierter Baustahl verträgt z. B. einen Sauerstoffüberschuss (Spitzflamme) – damit geht das Richten schneller fimano-awt.de. Aluminium hingegen wird mit Acetylenüberschuss (Weichflamme) gerichtet, um Überhitzung und Oxidation zu vermeiden fimano-awt.de. Edelstahl erfordert eine neutrale bis leicht oxidierende Flamme, damit die Oberfläche nicht beschädigt wird fimano-awt.de.

In der Praxis bedeutet das: Wärmezufuhr immer kontrolliert und zügig durchführen, aber nie so stark, dass das Material schmilzt fimano-awt.de. Im Zweifel startet man mit einer kleineren Flamme/Brenner und steigert die Leistung, sobald man das Verhalten des Werkstoffs sicher einschätzen kann fimano-awt.de. So behält man die Kontrolle und erzielt ein sauberes Richt-Ergebnis ohne Materialschäden.

Beim Flammrichten muss die Flammenart immer zum Werkstoff passen fimano-awt.de. Man unterscheidet drei grundlegende Einstellungen:

  • Normalflamme (neutrale Flamme): Ausgewogenes Acetylen-Sauerstoff-Gemisch, die Standardlösung für vielseitigen Einsatz. Diese Flamme ist universell einsetzbar und für die meisten Werkstoffe geeignet fimano-awt.de.
  • Spitzflamme (sauerstoffüberschüssige Flamme): Erhöhter Sauerstoffanteil ergibt eine heißere, „harte“ Flamme. Sie beschleunigt den Richtvorgang und ist ideal für unlegierte Baustähle geeignet fimano-awt.de. Leichten Oberflächenzunder nimmt man dabei in Kauf.
  • Weichflamme (acetylenüberschüssige Flamme): Erhöhter Acetylenanteil ergibt eine „weiche“ Flamme. Diese wird vor allem für Aluminium verwendet, da sie keinen Sauerstoffüberschuss hat, die Richtstelle gut sichtbar macht und Oxidation verringert fimano-awt.de.

Für Edelstahl (Chrom-Nickel-Stahl) empfiehlt sich eine neutrale bis leicht sauerstoffüberschüssige Flamme, um die empfindliche Oberfläche zu schonen fimano-awt.de. Grundsätzlich gilt: Eine falsch eingestellte Flamme kann den Werkstoff schädigen – daher immer die Flamme passend zum Material wählen fimano-awt.de.

Flammrichten ist eine bewährte Methode, um Schweißverzug präzise und dauerhaft zu korrigieren. Durch gezielte Wärmepunkte oder Wärmestraßen werden Schrumpfkräfte erzeugt, die den Verzug zurückziehen. Das Verfahren ist besonders effektiv bei langen Nähten, Trägern, T-Stößen oder Plattenfeldern und lässt sich gut mit Vorspannung kombinieren. jeder Schweißer sollt das Verfahren des Flammrichten / Induktionsrichtens beherrschen.

Die Temperatur an der Richtstelle hängt vom Werkstoff ab. Bei Baustahl liegt die Flammrichttemperatur meist zwischen 600 °C und 800 °C. Aluminium wird deutlich niedriger erhitzt, oft nur bis ca. 400 °C. Entscheidend ist, dass die maximale Temperatur des Werkstoffs nicht überschritten wird, um Materialschäden wie Schmorstellen oder Gefügeveränderungen zu vermeiden.

Streckgrenze (Rc), Bruchfestigkeit (Rm)und Bruchdehnung von Stahl bei verschiedenen Temperaturen beim Flammrichten oder Induktionsrichten
Streckgrenze (Rc), Bruchfestigkeit (Rm)und Bruchdehnung von Stahl bei verschiedenen Temperaturen

Induktionsrichten ist präzise, sauber und gut kontrollierbar. Die Wärme dringt gezielt in die Tiefe ein, ohne die Oberfläche unnötig zu belasten. Es entstehen weniger Verfärbungen oder Zunderschichten als beim Flammrichten. Zudem lässt sich die Energiezufuhr sehr fein dosieren – ideal für wiederholgenaue Prozesse oder empfindliche Geometrien.

Grundsätzlich lassen sich alle elektrisch leitfähigen Metalle durch Induktionswärme richten – darunter Baustahl, Edelstahl, Aluminium und Kupfer. Besonders geeignet ist das Verfahren für dickere Bauteile und für Materialien mit geringer Wärmeleitfähigkeit wie Chromnickelstahl. Wichtig ist die richtige Einstellung der Induktionsleistung und Abkühlzeit, um den Werkstoff nicht zu überlasten.

Verzogene Bauteile lassen sich durch:

  • Flammrichten mit gezielter Wärmeeinbringung
  • Induktionsrichten (präziser, materialschonender)
  • oder in manchen Fällen auch mechanisches Richten
    nachbearbeiten. Dabei ist wichtig, dass die richtige Methode zur Verzugsform und zum Werkstoff passt.
Komplexe Rohrkonstruktion mit aufgetragenen Wärmekeilen zur gezielten Verzugskorrektur beim thermischen Richten
Das Bild zeigt eine komplexe Rohrkonstruktion, bei der Wärmekeile strategisch aufgetragen wurden, um Torsionsverzug und andere Verformungen gezielt zu korrigieren. Diese Methode ist besonders effektiv bei Baugruppen mit unregelmäßigen Formen und hohen mechanischen Anforderungen.

Das Seminar beginnt gegen 08:00 Uhr mit einem kompakten Theorieteil. Danach folgen mehrere Praxisblöcke, in denen verschiedene Richtmethoden am Werkstück gezeigt und ausprobiert werden – mit Flamme, Induktion und Kombinationen. Pausen, Mittagessen und Fragen aus dem Arbeitsalltag sind fest eingeplant. Gegen 17:00 Uhr endet das Seminar.

Aluminium dehnt sich am stärksten aus und reagiert empfindlich auf Sauerstoffüberschuss. Edelstahl verliert bei Hitze schneller seine Korrosionsbeständigkeit, wenn er überhitzt oder falsch erwärmt wird. Baustahl verhält sich am robustesten – er verzieht sich langsamer, lässt sich aber gut flammrichten. Jeder Werkstoff erfordert eine eigene Temperaturführung.

Die Brennergröße richtet sich in erster Linie nach der Materialdicke an der zu richtenden Stelle fimano-awt.de. Dünnere Bleche benötigen einen kleineren Brenner, während dickere Bauteile mit einer größeren Brennerdüse zügig erhitzt werden können fimano-awt.de. Auch die Werkstoffeigenschaften spielen eine Rolle fimano-awt.de: Materialien mit hoher Wärmeleitfähigkeit (z. B. Aluminium) erfordern oft einen kräftigeren Brenner, damit die Wärme schnell und ohne unnötige Verluste eingebracht wird fimano-awt.de. In der Praxis hat es sich bewährt, zunächst mit einem kleineren Brennereinsatz zu beginnen und dann – sobald man das Materialverhalten einschätzen kann – auf eine größere Düse umzusteigen fimano-awt.de. So wird das Bauteil zügig gerichtet, ohne die zulässigen Temperaturgrenzen zu überschreiten fimano-awt.de. Wichtig: Die Oberfläche darf dabei niemals angeschmolzen werden – das gilt als schwerer Fehler! fimano-awt.de Bei sehr dicken oder empfindlichen Werkstücken können spezielle Mehrflammen-Brenner helfen, die Wärme gleichmäßig zu verteilen und Überhitzung zu vermeiden fimano-awt.de.

Stahl dehnt sich bei Erwärmung aus und zieht sich beim Abkühlen wieder zusammen. Diese Ausdehnung ist berechenbar – pro 100 °C Erwärmung etwa 1,1 mm pro Meter. Ab ca. 400 °C beginnt der Werkstoff, seine Festigkeit zu verlieren. Bei etwa 600 °C ist Stahl plastisch verformbar, was gezielt zum Flammrichten genutzt wird.

Physikalische Grundlagen des Flammrichtens oder Induktionsrichtens - im Temperaturbereich von 0 bis 800° C
Physikalische Grundlagen des Flammrichtens oder Induktionsrichtens – im Temperaturbereich von 0 bis 800° C

Die Seminare finden deutschlandweit statt – entweder bei uns oder in geeigneten Partnerwerkstätten. Wenn Sie eine Werkstatt zur Verfügung stellen möchten, ist das nach Rücksprache möglich. Benötigt wird eine Fläche von ca. 10 × 10 m mit Strom, Licht und ggf. Heizung. Gastgeber erhalten Sonderkonditionen oder können selbst teilnehmen.

Die optimale Flammrichttemperatur von verzinktem Stahl liegt zwischen 550 und 600 °C. Diese zeigt sich nicht durch Glühen, sondern durch ein mattgraues Anlaufen der Zinkschicht. Achtung: Wird das Bauteil rotglühend, ist es bereits zu heiß – die Zinkschicht beginnt zu verdampfen und verliert ihre Schutzwirkung.